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Keine Spur von Politikverdrossenheit 

Jugendliche in Vorarlberg haben viel Verständnis für Demokratie und wünschen sich mehr Mitsprache in der Schule

Überraschende Ergebnisse fördert eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung zum Demokratieverständnis und zur Jugendmitbestimmung im Vorarlberger Rheintal inklusive Dornbirn zutage. Demnach wollen sich drei Viertel (74%) der etwa 850 befragten Jugendlichen der 8. und 9. Schulstufe an den kommenden Wahlen in Vorarlberg beteiligen. Am Wohnort sind nahezu zwei Drittel der Jugendlichen zufrieden mit den Möglichkeiten zur Mitbestimmung, während sie diese in der Schule als ausbaufähig empfinden. Die repräsentative Studie ist im Rahmen einer Masterthesis entstanden. Begutachter Univ.-Prof. Dr. Herbert Dachs von der Universität Salzburg attestiert der Untersuchung unter anderem eine hohe Relevanz.

 

„Demokraten fallen bekanntlich nicht vom Himmel. Das Thema und die Fragestellungen der Studie besitzen hohe Relevanz, die Argumentationsstränge überzeugen und die Untersuchung bringt zahlreiche neue Einsichten und klare Ergebnisse. Das für das Funktionieren lebendiger Demokratien notwendige Wissen und die adäquaten Fertigkeiten und Einstellungen müssen immer wieder neu dargestellt, vermittelt und gelernt werden. Die beiden Autoren gehen von der richtigen Grundannahme aus, dass man ‚Demokratie lernen‘ könne und zwar nicht nur durch Wissensvermittlung, sondern durch entsprechendes Handeln, Probieren und schlussendlich durch eigene Erfahrungen", so Univ.-Prof. Dr. Herbert Dachs wörtlich.*

Jugendliche mit hohem Demokratieverständnis Insgesamt stellen die Studien-Autoren Elmar Luger und Christian Weiskopf der Jugendmitbestimmung im Vorarlberger Rheintal inklusive Dornbirn ein gutes Zeugnis aus. Mehr als zwei Drittel der befragten Jugendlichen zeigen demnach große Veränderungsbereitschaft und ein hohes Demokratieverständnis. Vor allem die Bemühungen rund um Schuldemokratie der Stadt Dornbirn und des stadtnahen Vereins „JugenDornbirn“ tragen offenbar Früchte. Nahezu 79 Prozent der Jugendlichen bestätigen, dass Schülervertreter in Dornbirn bestens auf ihre Arbeit vorbereitet werden.

Besonders spannende Ergebnisse ergibt der Vergleich zwischen Jugendlichen deutscher und nicht-deutscher Muttersprache, wobei zu Letzteren jeder fünfte Befragte zu zählen ist. Während in den Bereichen „Demokratieverständnis“ und „Beteiligung an Wahlen“ keine signifikanten Unterschiede auftreten, sind Jugendliche nicht-deutscher Muttersprache deutlich zufriedener mit den Mitbestimmungsmöglichkeiten am Wohnort und in der Schule. Sie empfinden diese als jugendgerecht und fühlen sich mit ihren Anliegen und Vorschlägen ernst genommen sowie bei Projekten stark eingebunden.

Mehr Mitbestimmung in der Schule gewünscht Großes Potenzial erkennen die Studienautoren bei der Mitbestimmung in der Schule. „Wir erkennen in diesem Umfeld ein hohes Maß an Scheinpartizipation, da sich SchülerInnen nur oberflächlich in Entscheidungen einbezogen und von Verantwortlichen mittelmäßig bis schlecht  unterstützt fühlen. Hier muss durch mehr oder tatsächliche Mitbestimmung von Jugendlichen bei Festlegung von Regeln im Unterricht, bei der Auswahl von Exkursionen bzw. Unterrichtsthemen oder bei der Notengebung gegengesteuert werden“, so Elmar Luger und Christian Weiskopf.

Die zitierte Studie ist Teil der Masterthesis von Elmar Luger, Leiter der Jugendabteilung der Stadt Dornbirn, und Christian Weiskopf, Lehrer an der Polytechnischen Schule Dornbirn, die sie zum Abschluss des Lehrgangs „Politische Bildung“ an der Donau-Universität Krems verfasst haben. Sie ist erst kürzlich auch in Buchform im Akademikerverlag erschienen, der Journalisten ein kostenloses e-Book für Rezensionen zur Verfügung stellt. Infos dazu unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Autoren:

  • Elmar Luger, Rathausplatz 2 6850 Dornbirn, Tel: +43 676 833064400, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!          
  • Christian Weiskopf, Niederbahn 32a, 6850 Dornbirn, Tel: +43 660 4249493, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

http://www.dornbirn.at/demokratielernen

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