Menu


  • Artikel bewerten
    (0 Stimmen)
Print Mail

Demokratiepreis für Jugendornbirn

„JugenDornbirn – meine Stimme zählt!“ erhielt im Januar den „Demokratiepreis 2014“ im Österreichischen Parlament. Der überparteiliche und stadtnahe Verein fördert Projekte von Jugendlichen und Erwachsenen zur Gestaltung ihres Lebensumfeldes und gilt als beispielhaftes Modell für Jugendbeteiligung auf Gemeindeebene.   Als „herausragendes Beispiel dafür, wie wir junge Menschen für politische Themen begeistern und den Kampf gegen die oft beklagte Politikverdrossenheit gewinnen können“, würdigte Nationalratspräsidentin Doris Bures den Preisträger des Margarethe Lupac-Demokratiepreises bei der Verleihung in Wien. Der Vorsitzende der Jury, Univ.-Prof. Dr. Manfried Welan, hob den Vorzeigecharakter hervor, welches Jugendlichen ermögliche, „Herausforderungen anzunehmen und Verantwortung in der Gemeinde, der Volksschule der Demokratie, zu übernehmen“.

Damit erfuhr das zum großen Teil ehrenamtlich getragene Engagement von „JugenDornbirn“ nach nahezu 20 Jahren Bestehen eine eindrucksvolle Bestätigung. Der Verein startete zwar 1996, wurde jedoch erst mittels eines Beschlusses der Stadtvertretung zwei Jahre später auf eine tragfähige Grundlage gestellt. Ziel war und ist es, die Dornbirner Jugend in alle für sie wichtigen Entscheidungen mit einzubeziehen. Der Verein arbeitet eng mit dem Dornbirner Jugendnetzwerk zusammen und führt Projekte selbständig sowie in Kooperation zum Beispiel mit Dornbirner Schulen durch, wobei ein Beispiel das KlassensprecherInnen-Treffen ist.

Regelmäßiger Dialog mit Jugendlichen als wesentlicher Baustein

Bei jährlich stattfindenden Treffen und einer darauf aufbauenden Fachtagung von KlassensprecherInnen im Rathaus Dornbirn werden die Jugendlichen unter anderem über ihre Rechte und Pflichten sowie Beteiligungsmöglichkeiten informiert. Unter dem Motto „Zeigt, was in Euch steckt“ sind auch immer wieder „heiße Eisen“ wie Mobbing, Cyber-Mobbing oder Anti-Rassismus Themen diverser Workshops. Oberster Grundsatz ist die Orientierung an den Anliegen der Jugendlichen, was das breite Spektrum an Projekten und Formaten erklärt, sei es Mitbestimmung bei Bauprojekten, Gesundheitsinitiativen oder ErstwählerInnen-Information.

Sämtliche Aktivitäten zeichnet die Förderung und Ermöglichung demokratischer Mitbestimmung von Jugendlichen aus. Deshalb bedankte sich Obfrau Maga. Angelika Rusch vom Vorstandsteam des Vereins auch ausdrücklich für den Demokratiepreis, der für sie und ihre KollegInnen Motivation sei, jugendliche Mitfahrer auf dem Schiff der Republik weiterhin darüber aufzuklären, wie Demokratie funktioniere und wie man damit Herausforderungen und schwierige Passagen meistern könne. „Das geht nicht ohne Kommunikation mit der Jugend und ohne deren Partizipation“, so Angelika Rusch bei der Verleihung.  

Spannende Projekte und nutzbringende Vernetzung als Erfolgsrezept

Jugendliche in Dornbirn profitieren in vielfacher Hinsicht von „JugenDornbirn“. So gibt es einen eigenen Jugendstadtplan für Dornbirn, der 2012 auf einem Messeauftritt in der „Jungen Halle“ in Dornbirn von etwa 550 Jugendlichen auf die eigenen Informationsbedürfnisse angepasst wurde. SchülerInnen erhalten regelmäßig Plakate und Flyer, welche sie über ihre Rechte und Möglichkeiten der Mitbestimmung in der Schule und ihrem Lebensraum informieren, was 2013 sogar die Auflage einer eigenen Demokratiebroschüre für Jugendliche zur Folge hatte. Zudem entwickelte der Verein ein Demokratiespiel und lancierte die Kampagne „Wahlen sind keine Tiere“. 

Möglich wird das vielfältige Angebot auch aufgrund der ausgezeichneten Vernetzung des Vereins auf kommunaler, regionaler und zum Teil internationaler Ebene. Eindrucksvolles Beispiel dafür ist der regelmäßige Auftritt und Dialog mit dem DDR-Zeitzeugen Matthias Melster, der aufgrund seiner gescheiterten Flucht Jugendlichen vom Aufenthalt in einem berüchtigten Stasi-Gefängnis berichten und Begriffe wie „Freiheit“, „Mut“, „Engagement“ sowie den Wert des Wählens authentisch erläutern kann. Über Teilnahmen an Tagungen innerhalb und außerhalb von Vorarlberg wie der „Langen Nacht der Partizipation“ finden Projekte des Vereins bereits Nachahmer.

Wirksame Jugendbeteiligung durch Nähe zur Stadt

Der Verein „JugenDornbirn“ verfügt über beste Kontakte zur Stadtverwaltung und zur Politik. Mitverantwortlich dafür sind die institutionelle Verankerung mit einem Büro für Jugendbeteiligung  sowie das unermüdliche Engagement des Jugendkoordinators der Stadt Dornbirn, Elmar Luger, der auch im Vorstand des Vereins vertreten ist und seinem Team: „Mir ist es ein großes Anliegen, die Bedürfnisse der Jugendlichen wahr und ernst zu nehmen. Zudem wollen wir als Stadt alle Jugendgruppen ansprechen, wobei uns hier auch die Integration von benachteiligten jungen Menschen sehr wichtig ist. Dafür bietet unsere dezentrale Struktur und der Verein JugenDornbirn beste Voraussetzungen.“

Die Nähe des Vereins zur Stadt erleichtert zudem die wirksame Beteiligung von Jugendlichen bei Entscheidungsprozessen. So können Jugendliche in Dornbirn mitreden, wenn eine Volksschule generalsaniert oder ein Jugendhaus abbrennt und neu aufgebaut wird, oder wenn ein neuer Wohngebietspark entsteht. Über professionell begleitete Graffiti-Projekte und  – Workshops werden neben Gestaltungen von zum Beispiel dunklen Unterführungen auch Themen wie „Menschenrechte“ oder „Integration“ bearbeitet. Gemeindeübergreifende Studien zum Gesundheits- und Wahlverhalten von Jugendlichen runden die umfangreichen Aktivitäten ab.

Vorbildwirkung und Anerkennung bei politischen Entscheidungsträgern

Kein Wunder, dass der Verein „JugenDornbirn“ bei vielen Vorarlberger politischen Entscheidungsträgern als Vorbild gilt und große Anerkennung genießt. Aus Anlass der Verleihung des Demokratiepreises 2014 zeigte sich etwa die Dornbirner Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann stolz über die Leistungen des Vereins, der von der Stadt Dornbirn ideell und finanziell stark unterstützt wird: „Mit dem Demokratiepreis wurde die gelebte Jugend- und Bürgerbeteiligung in Dornbirn ausgezeichnet. Unsere Jugend hat zahlreiche Möglichkeiten, sich in die Entwicklung unserer Stadt einzubringen – und sie tut es auch. Ich gratuliere zu dieser herausragenden Auszeichnung!"

Ebenso beglückwünschte der Vorarlberger Landeshauptmann, Mag. Markus Wallner, den Verein und lud mehr als 30 Vertreter des Vereins zum „Treffpunkt“ ins Landhaus ein. Dabei würdigte er den vielfältigen Einsatz zur Förderung des Miteinanders von Jugendlichen und Erwachsenen: „Jungen Leuten die Möglichkeit zur Mitbestimmung zu geben, ist auch ein großes Anliegen des Landes“, betonte Markus Wallner. „Der Verein fördert nicht nur die jugendliche Teilnahme in der Gesellschaft, sondern auch die politische Bildung der Jugend und leistet somit einen großen Beitrag für eine offene, demokratische Gesellschaft“.

Team, Kuratoren und Kuratorinnen: Annemarie Felder, Armin Häusle, Julia Zehentner, Christian Weiskopf MSc, Cüneyt Türk, Veronika Geiger, Mudassir Khan, Elena Fürst, Heinz Starchl, Dr. Peter Vogler, Christa Kohler

Medienecho:

Stadt Dornbirn 3.2.15

Der Standard 11.12.14

Parlament 28.1.15

Parlament 11.12.14

 

 

 

Nach oben

PROJEKTE 2016

PROJEKTE 2014

PROJEKTE 2012