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Demokratie lernen

Dornbirner Jugendmonitor 2017, Bildünger 2018

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Hohes Demokratiebewusstsein bei Jugendlichen in Dornbirn

Strategie der Stadt Dornbirn, im Jugendbereich verstärkt mit „jugendornbirn“, mit der Offenen Jugendarbeit und den Schulen zu kooperieren, zeigt Wirkung

Das Verständnis für demokratische Grundwerte ist unter Dornbirns Jugendlichen hoch bis sehr hoch ausgeprägt. Allerdings zeigt knapp ein Viertel von ihnen eine indifferente und jeder zwanzigste eine stark unterdurchschnittliche demokratische Haltung. Das ergab eine Befragung von 855 Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Schulstufen in Dornbirn. Diese wurde 2017 von der Fachhochschule Vorarlberg im Auftrag des stadtnahen Vereins „jugendornbirn“ durchgeführt. Mittels eines Tages-Workshops wurden die Ergebnisse dieses Jugendmonitors nun reflektiert und als konkrete Maßnahmen für 2019 ausformuliert.

„Die hohe Beteiligung von Jugendlichen an der Studie zeigt eindrucksvoll das Interesse junger Menschen an Themen wie Mitbestimmung und an politischen Inhalten. Die Stadt fördert dies mit zahlreichen Aktionen, wie z.B. den jährlichen Klassensprechertreffen und sieht das Ergebnis der Studie auch als Auftrag, weitere Aktivitäten zu setzen“, sagt Dornbirns Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann.

Auf der Grundlage dieser Ergebnisse wurden in einem Tages-Workshop unter dem Titel „Bildünger“ unter anderem folgende Ideen für Umsetzungsmaßnahmen für 2019 festgelegt:

  • Erstellung eines Demokratie-Toolkits: Die Methoden des Demokratie-Toolkits soll anregen, sich mit Demokratie zu beschäftigen und deren Wirkungen erlebbar zu machen. Die Methoden können in der Schule, in der Familie oder im Beruf eingesetzt werden.
  • Klassenrat 4.0: Gemeinsam mit der Schule soll der Klassenrat flächendeckend in Dornbirner Schulen eingeführt werden.
  • Philosophie und Demokratie miteinander verknüpfen und erlebbar machen: Philosophische Konzepte der Demokratie spielerisch erlernen

Diese Ideen werden bis Herbst konzipiert und beim österreichweiten Projekt www.bilduenger.at von Ashoka, der weltweit führenden Organisation für soziales Unternehmertum, eingereicht. „Wir freuen uns, diese Herausforderungen mit so einem kompetenten Partner anzugehen und sind schon ganz gespannt, wie sich das Ganze entwickeln wird“, so Jugendkoordinator Elmar Luger. Ashoka hat für „Bildünger“ die Stadt Dornbirn als Projekt des Bundeslandes Vorarlberg ausgewählt.

„jugendornbirn“-Obmann Christian Weiskopf spricht in dem Zusammenhang der Stadt Dornbirn „höchstes Lob“ aus: „Nach 2012 wurde wiederum eine Untersuchung unter Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Schulstufe durchgeführt, die teilweise sehr ermutigende Ergebnisse zu Tage gebracht hat. Darauf kann aufgebaut werden, daraus können gute Schlüsse für die Zukunft gezogen werden. Besonders erfreulich ist das signifikant hohe Demokratieverständnis der Jugendlichen - aber auch hier gibt es Entwicklungsmöglichkeiten, die in Details sichtbar werden.“ So sollte nach Ansicht von Elmar Luger unter anderem „die Partizipation in der Schule und am Wohnort vielseitig gefördert werden“.

Studienautor Prof. Dr. Frederic Fredersdorf von der Fachhochschule Vorarlberg sieht im Jugendmonitor „eine zukunftsweisende Richtung zur Demokratieentwicklung“: „Die Studie zeigt, wie wichtig es ist, demokratische Werte und Verfahrensweisen systematisch zu vermitteln und einüben zu lassen. Neben dem Elternhaus erweist sich hierfür die Schule als zentrale Bildungsinstanz; auch die Heimatgemeinde und Vereine können einen wertvollen Teil dazu beitragen.“ So sollten pädagogisch Verantwortliche Jugendliche verstärkt in demokratische Entscheidungsprozesse einbinden. Inwiefern dies zu einer gesteigerten demokratischen Haltung und Beteiligung der Zielgruppe führt, könnten weitere Wiederholungs-Umfragen darstellen.

Statements von Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Tagesworkshops “Bildünger“:

David Starchel  kleinDavid Starchel, Schülerclub: „Durch mein Jus-Studium habe ich einen sehr starken Bezug zur Demokratie, zudem bin ich bei einer Studentenorganisation, bei der das Thema Demokratie eine sehr große Rolle spielt. Aber auch privat ist es ein Thema, das mich sehr beschäftigt, auch auf politischer Ebene. Der Workshop ‚Bildünger‘ hat mir sehr gut gefallen. Man sieht unterschiedlichste Ideen aus verschiedensten Perspektiven. Es wurde mir klar, wie viele Möglichkeiten es gibt, Demokratie zu vermitteln und beizubringen.“

Gabriele Willhelmer klein

Gabriele Willhelmer, Young Caritas: „Prinzipiell finde ich es wichtig, dass Demokratie als solches in Österreich existiert. Ich sehe es als Errungenschaft unserer Gesellschaft. Leider verliert das Privileg der Demokratie immer mehr an Bedeutung. Vor allem bei den Jugendlichen ist das sehr stark zu spüren. Ich finde es sehr Interessant und wichtig, dass es solche Workshops wie den ‚Bildünger‘ gibt. Man lernt viele neue Menschen kennen und hat so die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzten und Ideen auszutauschen.“

Steffi Krüger kleinSteffi Krüger, Junge Kirche Dornbirn: „Für mich ist Demokratie ein Grundverständnis, auf der unsere gesamte Gesellschaft aufgebaut ist. Es ist wichtig, dass jeder Mensch gleich ist und sich mit seinen Rechten und Pflichten einbringen kann bzw. die Gesellschaft mitgestalten darf. Ich habe heute jede Menge neuer Leute, die in der Jugendarbeit in Vorarlberg aktiv sind, kennengelernt und durfte zudem einen sehr spannenden Workshop genießen, den ich jedem nur empfehlen kann.“

Christian Weiskopf kleinChristian Weiskopf, Obmann "jugendornbirn": „Mein Interesse an der Demokratie wurde schon sehr früh geweckt. Dieses Interesse hat mich dann so gepackt, dass ich 2012 sogar meine Master-Thesis ‚Kann man Demokratie lernen?‘ dazu verfasst habe. Das Resultat ist: Ja, man kann Demokratie eindeutig lernen. Der Workshop ‚Bildünger‘ zeigte wieder einmal, dass es möglich ist. Es waren unterschiedlichste Teilnehmer, wobei alle unterschiedliche Ideen dabei hatten.“

Michael Hagelmüller kleinMichael Hagelmüller, Ashoka: „Es war wirklich phänomenal. Die Kommunikation war von Anfang an wirklich gut. JugenDornbirn hat einen sehr großen Beitrag zum heutigen Tag geleistet. Aus allen nur denkbaren Sektoren waren Vertreter da, die motiviert und interessiert am Workshop teilgenommen haben. Vielen Dank!“

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Jahreshauptversammlung

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erfolgreiches 2015 für jugendornbirn

Neuer Vorstand gewählt

Auf ein erfolgreiches Jahr konnte der Verein „Jugendbeteiligung Dornbirn“ kürzlich bei seiner Jahreshauptversammlung zurückblicken. Ein Höhepunkt war sicher die Verleihung des Demokratiepreises des Österreichischen Parlaments Anfang 2015 in Wien. Der Preis wurde nicht für eine bestimmte Aktion verliehen, sondern für die kontinuierliche Jugendbeteiligung im Bereich der „Politischen Bildung, Beteiligung und Information“. Beispielhafte Projekte sind u.a. das Klassensprechertreffen, Graffiti, die Lange Nacht der Partizipation, die Bewerbung zur Europäischen Jugendhauptstadt, die Organisation von Jugendbeteiligung bei der Planungswerkstatt für die Entwicklung des Hatlerdorfs, verschiedene Aktionen anlässlich der Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen, die konkrete Befassung mit Flüchtlingsfragen, die Teilnahme in der „Jungen Halle“, das erfolgreiche Pilotprojekt „Generationen miteinander“ und vieles mehr. Stadtrat Guntram Mäser zeigte sich beeindruckt vom ehrenamtlichen Engagement und hob besonders die gute Zusammenarbeit zur Stadt hervor.

Veränderungen im Vorstand: Christian Weiskopf neuer Obmann
Mit Dr. Günther Hagen und Josef Zech verlassen zwei Gründungsmitglieder den Verein. Sie dürfen auf eine erfolgreiche, jahrelange Mitarbeit im Vorstand zurückblicken. Für Günther Hagen ist die Beteiligung in der Schule immer ein großes Anliegen gewesen. Josef Zech kümmerte sich um die Finanzen, die – so die Rechnungsprüfung – immer ordentlich, fehlerfrei, wirtschaftlich, sparsam und zweckgebunden war. Mit Werner Rusch verlässt eine weitere Persönlichkeit den Vorstand, der seit 2010 vielfältige Ideen einbrachte, Kontakte in die PH Vorarlberg legte und auch das Ohr immer bei den Jugendlichen hatte. Ebenso legen Mag. Barbara Kubesch und Mag. Claudia Lecher ihr Amt als Rechnungsprüferinnen nieder. Obfrau Mag. Angelika Rusch bedankte sich bei den ausscheidenden Mitgliedern für die fruchtbare Zusammenarbeit. Angelika Rusch bleibt dem Vorstand als einfaches Vorstandsmitglied erhalten.

Mit Christian Weiskopf MSc wurde eine kompetente Persönlichkeit zum neuen Obmann gewählt. Als Lehrer der PTS Dornbirn wurde er in den letzten Jahren als verlässlicher, kompetenter Projektpartner im Jugendnetzwerk geschätzt. Seine Masterthesis an der Universität Krems schrieb er 2012 zum Thema „Demokratie lernen – Jugendbeteiligung in Schule und am Wohnort“ und hatte damit in der Fachwelt für Aufsehen gesorgt. Dr. Andreas Fussenegger übernimmt die Aufgaben als Kassier. Mit Mag. Elmar Huber, Manuel Sauerschnig, Volkan Damar und Jakob Himmer erfährt der Vereinsvorstand eine Verjüngung. Susanne Fritz und Mag. Angelika Rusch arbeiten weiterhin aktiv mit. Der Vorstand wird durch Elmar Luger MSc als Jugendkoordinator der Stadt komplettiert. Die neuen kompetenten Rechnungsprüfer sind Herr Thomas Gangl und Frau Soghra Moradi Khaniabad.

Viele Herausforderungen und neue Ziele
Neben dem Erhalt und der Entwicklung bestehender erfolgreicher Jugendbeteiligungsprojekte möchte sich der Vorstand mit den Themen des „Generationen miteinander“ und „e-Particiapation“ beschäftigen. Kontakte nach Berlin wurden bereits genutzt und ein gemeinsamer EU Antrag für eine Fachtagung zum Thema „e-Participation“ gestellt.

 

 

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